06 Dialog - Kommunikation im Zeitalter der Medienökologie |
Setting und Phasen des Dialogs
Der
historische Gruppenprozess wird die üblichen Phasen von Frustrationen, Chaos,
Neuordnung usf. durchlaufen. (1996, p.19)
Um dieses Schwierigkeiten zu bewältigen, müssen alle Beteiligten von der
absoluten Notwendigkeit des Dialogs überzeugt sein (absolutely necessary).
(1996, p. 22) Nur wenn deutlich ist, dass der Dialog unausweichlich notwendig
ist, werden die Beteiligten die Kraft aufbringen, die verschiedenen
Schwierigkeiten zu überwinden.
Entgegen dem
gesellschaftlichen Trend müssen sich die Beteiligten in Dialogen bemühen,
ernsthaft zu sein: "But in a dialogue you have to be serious. It is not a
dialogue if you are not - not in the way I'm using the word." (1996, p. 41)
Die
Beziehungen in der Dialoggruppe sollte egalitär, frei von Hierarchie sein.
(1996, p. 42)
Die ideale Größe für Dialoggruppen liegt zwischen 20 und 50 Personen.
(1996, p. 13)
Gruppen
sollten keine Leiter, keine Tagesordnung und kein klares Ziel haben. Aber
natürlich können sie einen Moderator/Facilitator haben. (1996, p. 15)
Eine
Dialoggruppe muss sich regelmäßig über einen längeren Zeitraum, ein oder
zwei Jahre, treffen. (1996, p. 19)
06 Dialog\Excerpt\Setting und Phasen des Dialogs |
"Wenn fünf oder sechs Leute zusammenkommen, können sie sich normalerweise so weit anpassen, dass sie nichts zur Sprache bringen, was die anderen aufregen oder beunruhigen könnte." Sobald mehr als 40 Leute zusammen sind, sind solche Anpassungsprozesse nicht mehr möglich, und die heißen Eisen müssen angepackt werden. "In einer Gruppe dieser Größe erhalten wir langsam eine 'Mikrokultur' der Gesellschaft. Das heißt, genug Teilnehmer aus unterschiedlichen Subkulturen mit einem breiten Spektrum von Standpunkten beteiligen sich, so dass ein Art Mikrokosmos der Gesamtkultur entsteht. Und dann beginnt die Frage der Kultur - des kollektiven, untereinander geteilten Sinns - eine Rolle zu spielen." (44)
David Bohm: Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen (Hg. Lee Nichol), Stuttgart 1998, zuerst: On dialogue. London/New York 1996