06 Dialog - Kommunikation im Zeitalter der Medienökologie |
Glaubenssätze über Kommunikation in der Industrie- und Dialogkultur
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Buch- und Industriekultur |
Dialogkultur |
| Wissen wird individuell geschaffen und durch seine Verbreitung in Wort, Schrift und Bild sozialisiert. | Wissen wird interaktiv geschaffen. |
| Die Wissensschöpfung wird dem einzelnen Autoren zugerechnet. | Wissen erscheint als Leistung von Gruppen. |
| Erkenntnissubjekt (Autor) und Rezipient sind psychische Systeme oder Summationen von psychischen Systemen. | Erkenntnissubjekt und Adressat werden zunehmend kulturelle Systeme. |
| Angestrebt werden personen-, zeit- und raumunabhängige Wahrheiten. | Angestrebt wird die Klärung subjektiver Wahrheiten, individueller Glaubenssätze und Theorien von Kulturen. |
| Die Verständigung erfolgt durch Absehen von den eigenen Standpunkten/Programmen und durch die Übernahme von vorab von Institutionen/der Gesellschaft standardisierten Rollenstandpunkten: Generalisierte Andere, allgemeine Normen der Wahrnehmung, Sprachverwendung ... | Verständigung erfolgt durch
Selbstreflexion und Artikulation der eigenen Standpunkte und Programme
sowie durch Vertrauen auf soziale Strukturen und den Gruppenprozess. Differenzen werden in Rechnung gestellt und akzeptiert. |
| Ziel ist die Gleichschaltung der Informationsverarbeitung. | Ziel ist die Klärung der Leistungen und Schwächen der verschiedenen Programme der Informationsverarbeitung. |
| Fremdorganisation. | Selbstorganisation. |
| Orientierung auf die Umwelt und Umweltbeschreibung. | Selbstbeschreibung wird ein Medium zur Umweltwahrnehmung, Umweltwahrnehmung ein Medium der Selbstreflexion. |
| Orientierung auf Augen und Ohren, Verstand und Sprache | Gefühl und Affekt werden als Erkenntnisorgan akzeptiert; Parallelverarbeitung und multimediale Darstellung von Informationen werden bevorzugt. Nonverbale Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil jeglicher Kommunikation. |
| Schweigen wird als eine Störung der Kommunikation, als Nicht-Kommunikation gewertet. | Schweigen gilt als ein Ausdruck für Respekt und für das In-der-Schwebe-halten von Meinungen. |
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